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Medizinische Hilfe

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Falls du medizinische Versorgung benötigst:

Bevor du nach Värmland fährst, besorge dir bei deiner Krankenkasse die Europäische Krankenversicherungskarte (European Health Insurance Card). Mit dieser Karte wirst du in Schweden zu den selben Bedingungen behandelt wie die Schweden selbst. Das heißt, wenn du älter als 21 Jahre bist musst du bei jeder Behandlung 100:-- bis 200:-- Skr. Eigenanteil zuzahlen. (100:- Skr = 11,67 Euro) Dieses Geld bekommst du nicht von deiner Krankenkasse erstattet. Dafür müsstest du eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen haben.

Wenn du eine Behandlung benötigst, solltest du eine sogenannte Vårdcentral (Behandlungszentrale, Adressen siehe hier auf der Webseite unter Adressen) aufsuchen. Die Öffnungszeiten sind in der Regel Mo-Fr von 8.00 - 17.00 Uhr. (Tipp: Erkundige dich direkt nach deiner Ankunft, wo sich die nächste Vårdcentral befindet.)

Außerhalb dieser Zeiten kannst du bei einem Notfall auch ein Krankenhaus (sjukhus) aufsuchen (Adressen ebenfalls auf dieser Webseite) oder den Notruf 112 wählen. (Auch aus jedem Handynetz ohne Vorwahl erreichbar). Bedenke aber, das es 30 Minuten oder mehr dauern kann, bis der Notarzt bei dir eintrifft. Rettungshubschrauber gibt es aus Kostengründen in Värmland nicht mehr.


Für Patienten, die innerhalb Deutschlands oder in einen Mitgliedsstaat des Schengener Abkommens reisen, gilt: Bei einem Urlaub bis zu 30 Tagen kann der Patient sämtliche Medikamente mitnehmen. Das betrifft auch starke Schmerzmittel wie Opioide, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Um die medizinische Notwendigkeit der Opioideinnahme zu dokumentieren, ist hierzu allerdings eine ärztliche Bescheinigung erforderlich. Darauf sind die Adresse des behandelten Arztes, wichtige Daten des Patienten und alles Wissenswerte über das Arzneimittel wie Handelsbezeichnung, Wirkstoffangabe, Darreichungsform, Wirkstoffkonzentration und Reichdauer der Verschreibung aufgeführt. Das Formular ist bei der Bundesopiumstelle in Bonn erhältlich, wird vom Arzt ausgefüllt und muss vom örtlichen Gesundheitsamt beglaubigt werden. Sie können sich das benötigte Formular aber auch direkt hier als PDF-Datei herunterladen.
Quelle: www.forum-schmerz.de


 

Hast du Erfahrung mit medizinischer Versorgung in Värmland?
Wir freuen uns auf deinen Bericht.


Michael Schweer:
Ich habe mir vor ein paar Jahren beim Sturz von einer Leiter einen komplizierten Armbruch zugezogen. Das war der Beginn einer unangenehmen Odyssee. Zunächst fuhr mich meine Frau nach Årjäng zur Vårdcentral. Dort befand man: Zu kompliziert. Ich müsse nach Arvika. Mit einem Röntgenbild, einer Papierschlinge für den Arm und ein paar Schmerztabletten fuhren wir weiter und mussten in Arvika drei Stunden warten, um dann zu erfahren: Zu kompliziert. Ich müsse nach Karlstad. Und das Ganze sei ambulant nicht zu machen. Also fuhren wir zunächst nach Hause und dann weiter nach Karlstad, wo wir gegen 19 Uhr eintrafen. Uns empfing eine Schwester mit den Wortenb, der Arzt habe schon Feierabend. Er käme morgen (freitags) wieder. Fest stehe aber, dass ich am Freitag nicht mehr operiert werden könne, es sei kein Platz im OP. Samstag, Sonntag und Montag (es war das Pfíngstwochenende) sei ebenfalls nicht mit einer Operation zu rechnen. Und ob es Dienstag klappe, sei ungewiss.
Daraufhin haben wir das Krankenhaus verlassen, einen Flug Oslo-Kopenhagen-Hamburg gebucht, denn ich am Freitag mit sehr viel Schmerzen absolvierte. Schon am Freitagnachmittag lag ich im AK Harburg und am Samstag wurde ich operiert.
Ich mag Schweden, ich liebe das Värmland – aber dieses Erlebnis hat mich doch erschüttert.
(20.07.2011, 21:42 Uhr)


anonymer Värmlandfan:
Beim baden im Klarälven trat meine Tochter (12) in einen Angelhaken. Der Haken bohrte sich tief in den dicken Zeh und hatte Widerhaken.
Um den Haken zu entfernen fuhren wir in Windeseile in die ca. 20 km entfernte Vårdcentral. Als wir dort ankamen, fragte die Schwester, was passiert wäre und brachte meine Tochter nach unserer Erklärung mit einem Rollstuhl ins Behandlungszimmer. Zwei Minuten später kam auch schon eine Ärztin.
Meine Frau blieb im Behandlungszimmer und ich kümmerte mich um den Schreibkram, der innerhalb von fünf Minuten erledigt war. Zahlen musste ich nichts.
In der Zwischenzeit wurde meiner Tochter der Angelhaken aus dem Zeh entfernt. Die Ärztin und die Schwester waren sehr nett. Kommuniziert haben wir in einem Mix von Englisch, Schwedisch, Deutsch und Zeichensprache was sehr gut gklsppt hat.
(20.08.2009, 20:58 Uhr)

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Letzte Aktualisierung: Donnerstag, 16. Juni 2011